Immer wieder kommen Kinderpsychologen zu der Erkenntnis, dass man Jugendlichen anmerkt, ob sie in einer kompletten Familie aufgewachsen sind oder ob ihnen ein Elternteil gefehlt hat. Oftmals können andere nahe Verwandte die Rolle des fehlenden Elternteils ersetzen, aber das ist leider nicht überall der Fall. Auch fehlt in den Mini- Familien das Vorleben des Miteinanders der Eltern, so dass die Kinder später häufig Probleme haben, dauerhaft glückliche Beziehungen eingehen zu können. Die emotionale Intelligenz wird bereits in den ersten Lebensjahren entscheidend geschult. Entstehen dort Defizite, lassen sie sich später nur sehr schwer wieder ausbügeln. Deshalb ist es für Kinder äußerst wichtig, die Geborgenheit in einer kompletten Familie genießen zu können. Hier lernen sie es auch, zwischen den Interessen der einzelnen Mitglieder eine Familie zu differenzieren und sich hin und wieder mal den Wünschen der Geschwister und Eltern unterordnen zu müssen. Häufig werden Einzelkinder, die bei nur einem Elternteil aufwachsen zu Egoisten erzogen, denen jeder Wunsch von den Augen abgelesen und erfüllt wird, um nur ja nicht zu riskieren, dass bei einer Befragung durch das Jugendamt der Wunsch geäußert werden könnte, beim anderen Elternteil leben zu wollen. Bei der hohen Trennungsrate der Familien trifft dieses Problem auf viele Kinder zu und leider sind die getrennten Elternteile oftmals nicht imstande, eine einvernehmliche Regelung des Umganges zu Gunsten der Kinder zu treffen.
