Viele Menschen in unserem Land haben einen Partner, einen Freund oder Familienangehörigen, der alkoholsüchtig ist oder Alkoholmissbrauch betreibt. Oft wissen diese Menschen nicht, wie sie sich dem gegenüber verhalten sollen, wie sie richtig helfen können und welche eigenen Schutzmaßnahmen getroffen werden sollten, um nicht die Coabhängigkeit zu verfallen.
Dies kann sehr schnell passieren, wenn man sich selbst vergisst und nur noch damit beschäftigt ist, dem Betroffenen der Alkoholsucht zu helfen, zu schauen, das es ihm gut geht und dass die Sicht nach außen nicht von dem Alkoholkonsum des Trinkers gekennzeichnet ist.
Gerade Frauen von trinkenden Partnern haben es sehr schwer, weil sie oft finanziell und sozial vom Partner abhängig sind und sich ein neues Leben, was womöglich noch alleine stattfinden soll, vorstellen.
Hilfe von Angehörige kann aber nur bei dem Betroffenen ankommen, wenn Hilfe auch gewollt ist. Solange der Betroffene keine Einsicht in eine mögliche Alkoholabhängigkeit zeigt und dagegen etwas tun möchte, wird jede Hilfe nicht ankommen und abprallen.
Durch das eigene Verhalten, die Bekundung dazusein, wenn Hilfe gewünscht ist, kann der oder die Angehörige den Betroffenen zwar zum nachdenken anregen, aber eine Entscheidung zur Veränderung im Leben muß von ihm kommen.
Erst wenn durch den Alkoholkonsum Konsequenzen entstehen, das Leben seinen Lauf ins soziale Abseits beginnt, also der persönliche Tiefpunkt erreicht werden kann, wird er über sich nachdenken und bereit sein Hilfe anzunehmen.
