Kein anderes Instrument ist derart intensiv mit dem Jazz verknüpft wie das Saxophon. Die typische Musik der amerikanischen Südstaaten zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist ganz charakteristisch durch das Holzblasinstrument geprägt, so dass es nahezu kein Ensemble gegeben hat, indem das Saxophon nicht mindestens eine Solistenrolle ausfüllen durfte. Am Häufigsten wurden so Quartette aufgestellt, welche über ein Saxophon und eine Rhythmusgruppe verfügten. Auch Trios sind hier entstanden, welche allerdings nicht mit einem Harmonieinstrument wie Piano oder Gitarre ausgestattet waren. Am Rande dieser charakteristischen Besetzungen fanden zudem auch reine Saxophonbesetzungen zusammen, welche allerdings eher in den Bereich der experimentellen Musik fallen. Auch die legendären Big Bands der 40er Jahre waren klassisch durch den Einsatz eines Saxophons geprägt, hier traf man auf Alt, Tenor oder Bariton. Die eigentliche Charakteristik der Jazzmusik kam aber erst durch die Wahl der optimalen Ausrüstung – z.B. durch Saxophonblätter - zu Stande, wobei besonders das richtige Mundstück für die individuelle Klangfarbe eine übergeordnete Rolle spielte.
Auch im Rock and Roll und im Soul und Blues hat sich das Saxophon einen festen Platz in den jeweiligen Besetzungen gesichert und auch diese Musikstile nachhaltig geprägt. Selbst jamaikanisch orientierter Dancehall, welcher erstmalig in den späten 50er Jahren aufkam, war stets durch Bläserarrangements charakterisiert. Als Soloinstrument und Sektionsinstrument fand das Saxophon ebenfalls im New Wave der 80er Jahre regen Zuspruch – in diesen späten Jahren war eine erneute Renaissance des Holzblasinstrumentes erkennbar. Das Saxophon galt derzeit sogar als Modeinstrument – „Lily Was Here“ von Saxophonistin Candy Dulfer und Musiker Dave Stewart gilt hier als herausragende Perle dieser Zeit.
