Der Fliegenpilz - Amanita Muscaria

Der Fliegenpilz wird in vielen Märchen als unangenehmer Zeitgenosse dargestellt, auch heute wird er von vielen Menschen wegen seiner angeblichen Giftigkeit, von vielen Menschen gefürchtet.
Der Fliegenpilz ist in Wahrheit aber weit weniger giftig als vermutet, trotzdem nicht ungefährlich. Seine typischen Merkmale sind der rote Hut und die weisen Flocken, eine Verwechslung mit einem herkömmlichen Speisepilz ist daher also eher ausgeschlossen. Früher wurde der Fliegenpilz ausgekocht und das Wasser mit Zucker versetzt um Fliegen anzulocken, diese starben dann an der Vergiftung, daher auch sein Name. In der Nachkriegszeit wurde er aber auch als Speisepilz verwendet, die Wirkstoffe kommen hauptsächlich in der roten Huthaut vor. Diese wurde abgetrennt und der Pilz in Wasser eingelegt um die restlichen Wirkstoffe herauszulösen.
In vielen, vor allem sibirischen Kulturen wurde er als Rauschmittel verwendet. für diese Wirkung, sind das im Pilz befindliche Muscimol und die Ibotensäure verantwortlich. Für entheogene Zwecke wurden 1-4 Pilze mittlerer Größe (dies entspricht 5-10 Gramm Trockengewicht) verwendet, meist wurde aber nur der Hut verzehrt, da er die meisten Wirkstoffe enthält. Früher galt er bei den Schamanen als Fleisch Gottes betrachtet und in spirituellen Zeremonien verwendet. Heutzutage wird er häufig in Vodka eingelegt und getrunken, diese Mischung ist allerdings sehr stark und sollte daher nur langsam getrunken werden. Die Wirkung tritt nach der Einnahme innerhalb von 60-90 Minuten ein, je nach Individuum kann die Wirkung variieren. Viele Menschen verspüren eine starke Entspannung aller Muskeln und fühlen sich ruhig und leicht müde, bei anderen hingegen, tritt eine eher aufputschende Wirkung ein. Die Wahrnehmungsveränderungen sind weit weniger stark wie die anderer Zauberpilze, gemusterte Objekte scheinen sich manchmal leicht zu bewegen. Bei geschlossenen Augen können jedoch bemerkenswerte Farbspiele vor den Augen ablaufen, auch im Schlaf wirken die Pilze stark trauminduzierend. Nebenwirkungen sind häufig Bauchschmerzen und leichte Übelkeit, dies kann aber durch die Verwendung getrockneter Pilze vermieden werden. Die Ibotensäure ist weit weniger stark wie das Muscimol, wird aber für die Übelkeit verantwortlich gemacht, bei der Trocknung oder Erhitzung, zerfällt diese aber teilweise zu Muscimol.
In der Natur fühlt er sich in Laub- und Nadelwäldern wohl und ist hauptsächlich im Herbst anzutreffen. Es wird aber nicht empfohlen die Pilze aus der Natur zu sammeln, da hier die Gefahr von Fuchsbandwürmern und anderen Krankheitserregern droht. Man kann die durch Erhitzung getrockneten Fliegenpilze kaufen oder auch als Amanita Extrakt .