Das Los mit den Klassenfahrten

Jeder macht in seinem Leben mehrere Klassenfahrten mit. In jeder Schule gibt es andere Regeln. Die einen dürfen nicht fliegen, die nächsten nur mit dem Zug fahren, die einen dürfen ins Ausland, um mehr von der Welt zu sehen, die anderen müssen in Deutschland bleiben.
Doch was soll man denn bitteschön in einem Heppenheim Hotel? Die Parallelklasse sitzt immerhin in einem Osnabrück Hotel.
Immer wieder das gleiche. Jede Klasse ist der Meinung, dass die andere Klasse aus allen schlechten doch noch das beste Los gezogen hat und man selbst natürlich richtig arm dran ist. Das ist wohl normal und gehört dazu.
Klassenfahrten sind aber auch ein zwiespältiges Thema: Auf der einen Seite will man den Kindern etwas bieten, auf der anderen Seite soll der Lehrer ja auch nicht auf der Suche nach seinen Schützlingen durch die Großstadt hetzen. Also doch lieber ein beschauliches Örtchen. Aber wer kriegt heutzutage Kinder noch dazu, andächtig durch den Wald zu spazieren? Wohl kaum jemand. Aber deshalb nachgeben und in die „coole“ Stadt fahren und zusammen ins Kino gehen?
Auch nicht Sinn der Sache. Wie man es dreht und wendet, irgendeiner wird sich immer benachteiligt fühlen.
Aber vielleicht gehört das irgendwie dazu. Es ist eben nicht alles perfekt auf einer Klassenfahrt. Rein von den äußeren Umständen zumindest. Aber geht es darum überhaupt? Geht es nicht vielmehr darum, als Klasse etwas zusammen zu erleben, eine Gemeinschaft zu bilden und zu stärken? Zu merken, dass Anna doch gar nicht so doof ist und Tobias auch mal nett sein kann. Dass der Lehrer nicht nur unverständliche Matheformeln an die Tafel schreiben kann, sondern auch lustige Geschichten auf Lager hat. Wo sonst, als auf einer Klassenfahrt soll man denn so etwas feststellen können?
Und seien wir mal ehrlich? Weder Heppenheim noch Osnabrück oder gar ein kleines idyllisches Bergdorf ist schlimm, wenn man nur mit den richtigen Leuten da ist.